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Das Erdbeben in Chili
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Das Erdbeben in Chili ist eine Novelle von Heinrich von Kleist, die er vermutlich im Jahr 1806 verfasst hat. Sie erschien zunĂ€chst 1807 in Cottas „Morgenblatt fĂŒr gebildete StĂ€nde“ unter dem Titel Jeronimo und Josephe. Eine Szene aus dem Erdbeben zu Chili, vom Jahr 1647. 1810 erschien sie erneut unter dem nun bekannten Titel im ersten Band der ErzĂ€hlungen.cite-ref-werke-anm-1-0[1]

Contents

‱ Figuren
‱ Handlung
‱ Aufbau
‱ Deutung
‱ Verfilmung
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Hintergrund

WĂ€hrend das Erdbeben von 1647 in Santiago de Chile (bei Kleist „St. Jago, [die] Hauptstadt des Königreichs Chili“) die historische Vorlage fĂŒr den Text bietet,cite-ref-2[2] ist ideengeschichtlich vor allem das Lissabonner Erdbeben von 1755 fĂŒr Kleist Anlass gewesen.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4] Auch andere zeitgenössische Philosophen und Dichter wie Poe, Voltaire, Rousseau und Kant verwendeten dieses Thema, um unter anderem das Theodizeeproblem zu diskutieren. Die Theodizee, die Frage also nach einem allmĂ€chtigen und guten Gott angesichts von Leid und Ungerechtigkeit in der Welt, wurde in der AufklĂ€rung prominent von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) behandelt, der zum Schluss kam, die existierende Welt sei die bestmögliche Welt. Das Erdbeben von Lissabon stellte diese Formulierung erneut stark in Zweifel. In Kleists Novelle ist weder die göttliche FĂŒgung noch die Wirkung der Vernunft spĂŒrbar. Entscheidend wird das aleatorische Moment, der Zufall, der wie das Erdbeben die narrative KontinuitĂ€t ebenso wie jeden Gedanken an ein teleologisches, sinnhaftes und verstĂ€ndliches Geschehen immer wieder zerstört, was die Akteure nicht begreifen, die das Geschehen einem höheren Wesen zuschreiben.cite-ref-5[5] Der Zufall und der damit verbundene Sturz der alten Strukturen schafft aber auch neue: So wird aus dem „Bastard“ ein „Pflegesohn“, aus der natĂŒrlichen eine gesetzliche Familie.cite-ref-6[6] Kleists ErzĂ€hlung ist sowohl eine Antwort auf die Frage nach der Theodizee als auch auf die Frage nach dem natĂŒrlichen Gut-Sein des Menschen.

FĂŒr Werner Hamacher spiegelt sich im Aufbau der ErzĂ€hlung die Theorie des Erhabenen aus Kants Kritik der Urteilskraft. Kant benennt dort das Erdbeben von Lissabon, angesichts dessen Ausmaße das Vorstellungsvermögen versagt, als eine der MĂ€chte, die das GefĂŒhl des Erhabenen und den Respekt vor dem Übersinnlichen im Menschen weckt und die menschliche Sprache verstummen lĂ€sst,cite-ref-7[7] gewissermaßen als eine Theophanie.cite-ref-8[8] Zum GefĂŒhl des Erhabenen gehöre auch eine masochistische Vermischung von Schmerz und Lust sowie die Idee der göttlichen Aufopferung, eine Neuauflage der Leidensgeschichte Christi, wie sie in Kleists ErzĂ€hlung zunĂ€chst aufscheint,cite-ref-9[9] aber im Folgenden von ihm selbst zerstört wird.cite-ref-10[10]

Kleist verfasste die Arbeit wahrscheinlich in seiner Königsberger Zeit (Mai 1805 bis August 1806). Er war von Januar bis Juli 1807 in französischer Kriegsgefangenschaft; wĂ€hrend dieser Zeit vermittelte sein Freund Otto August RĂŒhle von Lilienstern (1780–1847) das Werk an den Verleger Cotta. Das Erdbeben in Chili war die erste gedruckte ErzĂ€hlung Kleists.

Man hat auch versucht, die Novelle als „Geschichtsphilosophie des Poetischen“ zu lesen, „die auf die politische Verarbeitung der Revolution [von 1789] antwortet“.cite-ref-schneider-11-0[11]

Literarische Vorlage

Das GrundgerĂŒst der Handlung geht auf den Roman Les Incas, ou La destruction de l'empire du PĂ©rou (1777) von Jean-François Marmontel zurĂŒck; dort ist es Alonzo Molina, ein spanischer Konquistador, der eine eingeborene, der Sonnengottheit geweihte Jungfrau, Cora, begehrt. Molina will in Peru die Indios zum Christentum bekehren und sie vor PlĂŒnderungen seitens der Konquistadoren schĂŒtzen; aber erst durch ein Erdbeben, das den Tempel, in dem Cora festgehalten wird, zerstört, kommen beide zusammen. Cora wird schwanger; als dies erkannt wird, soll sie hingerichtet werden, denn sie hat gegen das KeuschheitsgelĂŒbde verstoßen. Molina stellt sich dem Gericht und hĂ€lt ein PlĂ€doyer fĂŒr christliche Vergebung und die Gestattung von natĂŒrlichen GefĂŒhlen, wie der Liebe zu Cora. Die Indios werden davon ĂŒberzeugt, Alonzo und Cora heiraten; doch bei einem Überfall der Konquistadoren unter Pizarro fĂ€llt Alonzo, Cora stirbt mit ihrem Kind auf dem Grab ihres Mannes vor Gram.cite-ref-12[12]

Das Motiv, das die Serie des UnglĂŒcks in Kleists Novelle auslöst, die Liebe zwischen einem Hauslehrer und seiner SchĂŒlerin, findet sich sowohl in Rousseaus Nouvelle HĂ©loise als auch in Voltaires Candide. Im Unterschied zu Voltaire, der sich ĂŒber die „beste aller Welten“ lustig macht, wird bei Kleist der Zufall zum dominierenden Ereignis in einer undurchschaubaren Welt.cite-ref-13[13]

RenĂ© Girard weist darauf hin, dass auch in den Bakchen des Euripides die Krise mit einem Erdbeben beginnt und mit mörderischen Gewalttaten einer rasenden Menge endet. Erst die Sakralisierung eines (willkĂŒrlich ausgewĂ€hlten) Opfers stellt die Ordnung wieder her.cite-ref-14[14] Die Amnesie des zweiten Teils greift Motive aus Shakespeares Mittsommernachtstraum auf, wobei die Unterschiede zwischen Mensch, Gott und wildem Tier ebenso wie in der kollektiven Zerstörungswut aufgehoben sind.cite-ref-15[15]

Die ErzÀhlung

Figuren

‱ Don Henrico Asteron, Vater von Donna Josephe
‱ Donna Josephe Asteron, Tochter des adligen und reichen Don Asteron
‱ Jeronimo Rugera, bĂŒrgerlicher Hauslehrer und Geliebter der Donna Josephe
‱ sein Vater, der ihn wĂ€hrend der Massenhysterie erschlĂ€gt
‱ Don Fernando Ormez, Sohn des Kommandanten von St. Jago, Freund von Josephe und Jeronimo
‱ Donna Elvire, Frau des Don Fernando und Mutter des Sohnes Juan
‱ Meister Pedrillo, Schuhmacher, welcher zum Mord an Josephe und Jeronimo hetzt
‱ Juan, Sohn von Don Fernando Ormez und Donna Elvire
‱ Philipp, Sohn von Josephe und Jeronimo
‱ Donna Constanze, Schwester von Donna Elvire und Donna Elisabeth
‱ Donna Elisabeth, Schwester von Donna Elvire und Donna Constanze
‱ Don Pedro, Vater von Donna Elvire, Donna Constanze und Donna Elisabeth, Schwiegervater von Don Fernando Ormez
‱ der Chorherr, der in seiner Predigt zur Lynchjustiz auffordert
‱ der Erzbischof, der Josephe vor den Scharfrichter stellen lĂ€sst
‱ die Äbtissin, die Josephe aufnimmt und sich fĂŒr sie verwendet
‱ der Vizekönig, der Josephes Enthauptung anordnet

Die Konfiguration weist Jeronimo und Josephe sowie die Figuren um Don Fernando als Protagonisten, die Vertreter der Institutionen Kirche, Staat, Familie und des Volkszornes hingegen als Antagonisten aus. Bei den Protagonisten findet allerdings vom ersten zum dritten Hauptteil eine Verschiebung statt: „Jeronimo und Josephe, die beherrschenden Hauptfiguren“ des ersten Teils, „treten hinter der Gestalt Don Fernandos zurĂŒck“, der zum „göttlichen Helden“ aufgebaut wird,cite-ref-jochen-schmidt-16-0[16] der gegen eine wilde Rotte kĂ€mpft, sich aber als zögerlicher Un-Held erweist.

Handlung

cite-ref-17[17] Der Hauslehrer Jeronimo verliebt sich in seine SchĂŒlerin Josephe. Diese erwidert seine Liebe und beide befinden sich in einem „zĂ€rtlichen EinverstĂ€ndnis“ (Seite 679, Z. 10). Die Warnungen des Vaters beachten die beiden nicht, und Jeronimo wird daraufhin entlassen und die Tochter in ein Kloster gesteckt. Obwohl Jeronimo ohne BeschĂ€ftigung und Einkommen ist, bricht er den Kontakt zu Josephe nicht ab und es kommt im Klostergarten zur körperlichen Vereinigung, die Kleist mit „vollen GlĂŒckes“ (Seite 679, Z. 17f.) umschreibt. Das hierbei gezeugte Kind wird am Fronleichnamsfest geboren. Josephe wird ins GefĂ€ngnis eingeliefert und ihr wird trotz „sonst untadelhaften Betragens“ (Seite 679, Z. 31) auf Befehl des Erzbischofs der Prozess gemacht. Der Vizekönig wandelt die Verurteilung zum Feuertod in ein Todesurteil durch Enthaupten um. Auch Jeronimo wird ins GefĂ€ngnis gesteckt; die Nachricht ĂŒber das Todesurteil fĂŒr seine Geliebte lĂ€sst ihn fast „die Besinnung verlieren“ (Seite 679, Z. 42). Sein folgender Fluchtversuch bleibt erfolglos. GottesglĂ€ubig bittet er die heilige Mutter Gottes um Rettung fĂŒr die zur Todesstrafe Verurteilte. In der „völligen Hoffnungslosigkeit seiner Lage“ (Seite 680, Z. 8) beschließt er verzweifelt, am Hinrichtungstag der Geliebten sein Leben durch ErhĂ€ngen zu beenden. Hierbei wird er jedoch durch das Erdbeben ĂŒberrascht und ist „starr vor Entsetzen“ (Seite 680, Z. 18). Die Mauern des GefĂ€ngnisses stĂŒrzen ein, und er kann flĂŒchten. Er lĂ€uft durch die zerstörte Stadt, und ĂŒberall begegnen ihm Zerstörung und Tod. Außerhalb der Stadt hĂ€lt er an und bricht aufgrund des Leides und der Anstrengung ohnmĂ€chtig zusammen. Als er wieder erwacht, fĂŒhlt er sich zufrieden und dankt „Gott fĂŒr seine wunderbare Errettung“ (Seite 681, Z. 13). Erst danach fĂ€llt ihm wieder Josephe ein, und er geht zurĂŒck in die Stadt, um sie zu suchen. Dort fragt er die Leute, ob die Hinrichtung vollzogen worden sei. Nachdem er die Antwort erhalten hat, dass dies der Fall sei, â€žĂŒberließ (er) sich seinem vollen Schmerz“ (vgl. S. 681, Z. 33) und begreift nicht, warum gerade er gerettet wurde. Er wĂŒnscht, „dass die zerstörende Gewalt der Natur“ (Seite 681, Z. 34f.) von neuem ĂŒber ihn einbrechen möchte. Da dies aber nicht geschieht, setzt er seine Suche fort und findet außerhalb der Stadt in einem lieblichen Tal Josephe und ihr gemeinsames Kind an einer Quelle. Selig umarmen sich die Liebenden und danken Maria fĂŒr das Wunder der Errettung.

Josephe erzĂ€hlt Jeronimo, dass auch ihr durch den Einsturz der GebĂ€ude die Flucht gelungen ist und sie danach zum Kloster ging, wo ihr Knabe war, und sie das Kind dort „unverschrocken durch den Dampf“ (Seite 682, Z. 2, 21) aus dem zusammenfallenden GebĂ€ude hat retten können. Mit diesem lief sie dann zum GefĂ€ngnis, doch auch dieses war zerstört und Jeronimo nicht zu finden. So hetzte sie weiter durch die Stadt. Dort sah sie die Leiche des Erzbischofs und dass der Palast des Vizekönigs und das GerichtsgebĂ€ude in Flammen standen. Sie ging weiter, bis sie in das Tal außerhalb der Stadt kam und dort nun wieder mit ihrem Geliebten zusammentraf.

Die beiden fĂŒhlen sich an diesem Orte „als ob es das Tal von Eden 
“ (Seite 683, Z. 10) wĂ€re. „Wieviel Elend mußte ĂŒber die Welt kommen,“ (vgl. S. 683, Z. 34) damit sie endlich glĂŒcklich wurden? Unter vielen KĂŒssen schlafen sie ein. Am nĂ€chsten Morgen tritt ein junger Mann, Don Fernando, mit einem Kleinkind zu ihnen und bittet Josephe, ob sie dem Kind nicht die Brust geben könne, da die Mutter schwer verletzt sei. Josephe erfĂŒllt den Wunsch, und als Gegenleistung werden sie von der Familie des jungen Mannes zum FrĂŒhstĂŒck eingeladen. Von allen werden sie „mit so vieler Vertraulichkeit und GĂŒte behandelt“ (Seite 684, Z. 24), dass sie nicht mehr wissen, ob sie von der schrecklichen Vergangenheit nur getrĂ€umt haben. Es wird von den schlimmen ZustĂ€nden in der Stadt erzĂ€hlt, und dass durch das große UnglĂŒck die Standesunterschiede verschwunden seien, da alle das Gleiche durchgemacht hĂ€tten. Jeronimo und Josephe entschließen sich, beim Vizekönig um ihr Leben zu bitten.

Als sich die Nachricht verbreitet, dass in der einzig erhaltenen Kirche eine Dankmesse gefeiert werden soll, entschließen sich auch Josephe und Jeronimo, entgegen der Warnungen von Donna Elisabeth, daran teilzunehmen. In der Kirche predigt der Ă€lteste der Chorherren und sieht das Erdbeben als Strafe Gottes fĂŒr „das Sittenverderbnis der Stadt“ (Seite 687, Z. 40). Auch erwĂ€hnt er den Frevel, der im Klostergarten stattgefunden hat. Weiterhin ĂŒbergibt er die Seelen der TĂ€ter „allen FĂŒrsten der Hölle“ (Seite 688, Z. 2). Die Kirchenbesucher erkennen die Schuldigen und fordern ihre Bestrafung. Hierbei kommt es zu einem Tumult, und Don Fernando wird mit Jeronimo verwechselt; sein Tod wird gefordert. Daraufhin gibt sich Jeronimo mutig zu erkennen. Es gelingt ihm und Josephe sowie der Familie Don Fernandos, die Kirche mit den Kindern wieder zu verlassen. Doch davor wartet bereits der Mob, und Jeronimo wird von seinem eigenen Vater mit einer Keule erschlagen. Auch die SchwĂ€gerin von Don Fernando, Donna Constanze, wird ein Opfer der Masse. Josephe stĂŒrzt sich mit den Worten: „hier mordet mich, ihr blutdĂŒrstenden Tiger!“ (Seite 689, Z. 38) in die Menge und wird von dem AnfĂŒhrer, Meister Pedrillo, erschlagen. Don Fernando verteidigt sich mit einem Schwert und tötet einige Angreifer. Doch es gelingt dem AnfĂŒhrer, Meister Pedrillo, den kleinen Sohn von Don Fernando an sich zu reißen und ihn „an eines Kirchpfeilers Ecke“ (Seite 690, Z. 2f.) zu schmettern. Daraufhin ziehen sich alle zurĂŒck und entfernen sich. Die Leichen werden fortgeschafft; Don Fernando und seine Frau Donna Elvire nehmen, da ihr Sohn getötet worden ist, den Sohn von Josephe und Jeronimo als Pflegesohn an.

Aufbau

Die ErzÀhlung besteht aus drei Teilen:

‱ Die Vorgeschichte bis zum Tag der geplanten Hinrichtung und der Naturkatastrophe
‱ Das idyllische Tal, Gemeinschaft der Menschen ĂŒber Klassengrenzen hinweg
‱ Dankgottesdienst und Lynchmorde

Doch diese Struktur ist nur vordergrĂŒndig klar und einfach aufgebaut. Kleists zentrale Denkfigur ist nicht dialektisch im Sinne von These – Antithese – Synthese, sondern antagonistisch. Jede Schilderung in der ErzĂ€hlung findet ihre ÜberfĂŒhrung ins Gegenteil: So wird der Selbstmord Jeronimos durch ein todbringendes Erdbeben verhindert, der Dankgottesdienst wird zu einer Hassorgie. Die ErzĂ€hlung ist geprĂ€gt von Kippfiguren und einem Ineinander von Rettung und Vernichtung. Dieses Ineinanderfallen von WidersprĂŒchen, GegensĂ€tzen prĂ€gt das kleistsche Denken seit seiner Studienzeit, wird aber ausformuliert vor allem in der Schrift Allerneuester Erziehungsplan aus den Berliner AbendblĂ€ttern, die Kleist 1810 veröffentlichte. Kleist skizziert seine Theorie der Selbsterhaltung in einem Brief an seine Verlobte Wilhelmine Zenge: Der gleichzeitige Fall aller Elemente („Fall“ ist in Kleists Text auffĂ€llig oft mit „Zufall“ assoziiert) hemmt ihren Untergang und erhĂ€lt sie eine Zeitlang aufrecht; das Gesetz der Gravitation kollidiert mit sich selbst und verzögert so seine Wirkung. Auch die ErzĂ€hlung ist nach diesem Muster aufgebaut: Der Mittelteil bildet eine „Wölbung“, die die tödliche Gewalt vorĂŒbergehend suspendiert.cite-ref-18[18]

Bei genauerer LektĂŒre erkennt man in der groben Dreiteilung der Handlung den klassischen fĂŒnfteiligen Aufbau des Regeldramas: I. Vorgeschichte und Vorbereitung der Hinrichtung bzw. des Selbstmordes, II. „Peripetie“, in der „die zerstörerische Gesellschaft durch die hereinbrechende Naturkatastrophe nun selbst zerstört wird, wĂ€hrend ihre geschundenen Opfer Rettung finden“, III. der „Mittelteil, der Ausgleich und Versöhnung anzukĂŒndigen scheint“, IV. eine erneute Wendung, aber diesmal eine „Peripetie zum Schlimmen“, der Aufbruch zur Kirche, und V. die Katastrophe mit der „infernalischen Haßpredigt [und der anschließenden] mörderischen Massenhysterie“.cite-ref-jochen-schmidt-16-1[16]

Ein durchgĂ€ngig beibehaltenes Deutungsmuster ist so fĂŒr den Leser nicht möglich, vielmehr bricht Kleist mehrfach mit den Erwartungen an den Text und den literarischen Konventionen, ein Grund, warum der Text bis heute, und vor allem in der aktuellen Forschung, eine derartig große Rezeption erfĂ€hrt.

Sprache und ErzÀhlweise

Charakteristisch fĂŒr Kleist ist der Anfangssatz, der nĂŒchtern-sachlich einen dramatischen Zustand umschreibt und dabei aus erzĂ€hlerischer Sicht keine emotionale Beteiligung erkennen lĂ€sst. Dieser Stil kennzeichnet Kleists Werk seit der Königsberger Zeit, als er als Beamter zu Gericht in Akten hĂ€ufig eine solche klare und raffende Schreibart lesen und selbst gebrauchen musste.

In der gesamten ErzĂ€hlung bleibt der ErzĂ€hler ohne Deutung oder emotionale Ergriffenheit, selbst bei grausamen Szenen. Hingegen wird die chaotische Situation, etwa bei der Ermordung durch den Mob, sprachlich virtuos umgesetzt: Don Fernando, als er Constanzens Leichnam erblickte, glĂŒhte vor Zorn; er zog und schwang das Schwert, und hieb, daß er ihn gespalten hĂ€tte, den fanatischen Mordknecht, der diese GrĂ€uel veranlaßte, wenn derselbe nicht, durch eine Wendung, dem wĂŒtenden Schlag entwichen wĂ€re. Der turbulenten Situation des Kampfes entspricht hier die wilde Abfolge von Haupt- und NebensĂ€tzen in zum Teil großangelegten Konstruktionen. Charakteristisch ist die permanente Zeitknappheit, in der sich die Hauptpersonen befinden und durch welche sie keine Möglichkeit zur Reflexion ihrer Entscheidungen finden. Die entscheidenden Momente werden aber quasi gezoomt und die Zehntelsekunden gedehnt, wie bei der Beschreibung des Einsturzes der Mauern, was der filmischen Technik der Zeitlupe entspricht.

Charakteristisch ist die HĂ€ufung bestimmter Begriffe bzw. Begriffsfelder, die metaphorische Bedeutung haben, so von „Sturz“, „stĂŒrzen“ usw. Auch scheinbar lapidare Nebenbemerkungen, die Signalwirkung fĂŒr den Leser haben, sind fĂŒr die Deutung wichtig: Etwa wenn es zur Einleitung des zweiten Teils der ErzĂ€hlung heißt, als die Nacht hereinbricht: „wie nur ein Dichter davon trĂ€umen mag“, dann stellt das die geschilderte RealitĂ€t infrage. AuffĂ€llig ist die HĂ€ufigkeit von relativierenden oder perspektivierenden Formeln wie „es schien“, „so war es ihm fast, als mĂŒĂŸt er“ oder „es war, als ob“, die das Objektiv-Eindeutige der VorgĂ€nge in Frage stellen. Ambivalente Urteile und Emotionen schieben sich immer wieder vor die Ereignisse. Die konkreten Handlungen entspringen diesen unterschiedlichen Interpretationen.cite-ref-19[19]

Deutung

Alle Interpretationen sind wegen der fehlenden Deutung durch einen ErzĂ€hler an die Perspektive der Figuren gebunden, was die KomplexitĂ€t der Deutungsmöglichkeiten erhöht. So kann die ErzĂ€hlung als eine Reaktion auf das Erdbeben von Lissabon 1755 angesehen werden, das eine Debatte der Theodizee auslöste und insbesondere den Optimismus der AufklĂ€rung und den Deismus in Frage stellte. Vor allem Voltaire und Rousseau fĂŒhrten einen Diskurs ĂŒber die Katastrophe. Kleists Standpunkt unterscheidet sich von diesen Stellungnahmen, indem er nicht versucht, Gottes Handeln zu rechtfertigen und die Naturkatastrophe dadurch zu erklĂ€ren, sondern auf einer Metaebene jede moralische Deutung der Katastrophe als Gericht Gottes kritisiert. Die Menschen, die die Katastrophe auf die beiden unglĂŒcklich Liebenden als Auslöser reduzieren und sich anmaßen, Gottes Willen erkennen zu können, werden im Text als fanatische Mörder entlarvt. Alle Deutungen von Naturkatastrophen als Strafe fĂŒr individuelles Fehlverhalten decken nur die menschliche Hybris auf. Die Frage nach einem gerechten und guten Gott angesichts des Leidens der Menschen nach dem Erdbeben lĂ€sst Kleist in Aporie enden. FĂŒr ihn ist die metaphysische Deutung des Erdbebens nicht möglich. Die sich neu formierende Gesellschaft in der Kirche, die versucht, einen Schuldigen zu finden und Gott einer ErklĂ€rung zu unterwerfen, endet in Wahnsinn und IrrationalitĂ€t. Gott und AufklĂ€rung, so muss man im Sinne dieses Werkes folgern, sind nicht zusammen denkbar.

Werner Hamacher betont die ChristusĂ€hnlichkeit der Figur Philipps, der zunĂ€chst fĂŒr die Erlösungsverheißung in Form eines Idylls steht, in der Gesetz (Vater) und Natur (Mutter) versöhnt sind. Diese Erlösung wird jedoch durch ein stellvertretendes Opfer vollzogen, wobei Messopfer und Lynchmord durch eine satanische Rotte zu einer Aktion des religiösen Massenwahns verschmelzen. Philipp bleibt durch Fernandos heroische Tat am Leben, wĂ€hrend alle anderen sterben.cite-ref-20[20] Alle teleologischen Interpretationen dieses Geschehens zwischen Idyll und Apokalypse versagen.

FĂŒr Helmut J. Schneider ist die ErzĂ€hlung ein Beitrag zur poetischen Verarbeitung der Französischen Revolution. Es handele sich bei dem Massaker Schneider zufolge um die Rache des kleinbĂŒrgerlichen, lustfeindlichen Kollektivs am individuellen „AusnahmeglĂŒck“. Kleist beschreibt auch den mit dem RĂŒcken zur Kirche fechtenden Fernando in einer Pose, die der des instinktgesteuerten BĂ€ren aus seinem Essay Über das Marionettentheater entspricht – es handelt sich also nicht um eine bewusste Rettungstat.cite-ref-schneider-11-1[11] Auch in Kleists Drama Hermannsschlacht ist die „BĂ€rin“ Thusnelda Ausdruck bestialischer Rache.

GĂŒnter Blamberger schreibt in seiner Kleist-Biographie ĂŒber das Erdbeben in Chili: „TrĂŒgerisch ist es, an den Bestand des Programms von Freiheit, Gleichheit und BrĂŒderlichkeit zu glauben. Die Gemeinschaft der Erdbebenopfer im idyllischen Tal hĂ€lt nicht lĂ€nger als die Gesellschaftsutopie der Französischen Revolution, danach ist der Mensch wieder ein Wolf.“cite-ref-21[21] Das Gesetz wird allein durch Gewalt etabliert und aufgehoben – eine Absage an die vorrevolutionĂ€re AufklĂ€rung, die erwartete, das Paradies wieder erlangen zu können.

Folgt man der Interpretation Blambergers, bedeutet der Umsturz der VerhĂ€ltnisse durch das Erdbeben laut Kleist keine RĂŒckkehr zum Rousseauschen Naturzustand, sondern nur eine kurze Unterbrechung der UnterdrĂŒckung des Menschen durch den Menschen. So scheint durch das „egalitĂ€re Nachtlager wie in Hölderlins Archipelagus [
] eine Basisutopie einer egalitĂ€ren As-Sociation“ auf, das „Modell einer neuen As-Sociation, die neue gesellschaftliche Regeln begrĂŒnden kann“.cite-ref-22[22] Diese Utopie wird aber durch den Gang der Ereignisse dementiert und allenfalls am Ende der ErzĂ€hlung in einem Detail rehabilitiert: „Die Adoption des natĂŒrlichen Kindes statt des verlorenen eigenen lĂ€ĂŸt [die Novelle] versöhnlich, viele haben gemeint: utopisch, ausklingen.“ Darin „könnte man in der Tat ein Versprechen auf Bewahrung dessen sehen, was in der idyllischen Vision aufgegangen war.“cite-ref-schneider-11-2[11]

Friedrich Kittler hĂ€lt den Text fĂŒr hermeneutischen Analysen gegenĂŒber unzugĂ€nglich und will ihn aus seiner Funktion vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Diskurse heraus begreifen.cite-ref-23[23] FĂŒr Kittler fĂŒhrt der dreiteilige Aufbau der Novelle „von einer Anfangskatastrophe, die – etwa beim Zusammenbruch der Kerkermauern – mit ingenieursmĂ€ĂŸiger PrĂ€zision beschrieben wird, ĂŒber ein Arkadien, das seinen Kindern keine psychischen GefĂŒhle und philosophischen Deutungen gestattet, zu einer Schlußkatastrophe, die mit dem kalten Blick des Kriegstechnikers gesehen ist.“cite-ref-24[24] Danach enthĂ€lt die ErzĂ€hlung eine Kritik am bĂŒrgerlichen Bildungsdiskurs um 1800 mit den Konzepten von Familie als der „heiligen Familie aus Kind, Mutter, Vater“.cite-ref-25[25] Das rĂŒhrende Idyll des Familialismus und der MĂŒtterlichkeit wird durch die „Techniken und Waffen des Todes“ bzw. des „Volkskrieges“ ausgelöscht. Wie auch andere Werke Kleists sieht er die Entstehung der Novelle im Zusammenhang mit der preußischen Heeresreform, die zu einer Flexibilisierung der KriegsfĂŒhrung und zu einer Infragestellung der militĂ€rischen Reglements fĂŒhrt. Wie der Prinz in Kleists Drama Prinz Friedrich von Homburg kĂ€mpft hier jeder einzelne ohne zentrale Weisung oder sogar unter deren Missachtung spontan, reagiert jedoch im Sinne des Ganzen auf die Bewegungen des Gegners.cite-ref-26[26] ZeitaufwĂ€ndige Kommunikation und Reflexion mĂŒssen hier durch Instinkt ersetzt werden. Mit Fernandos ritterlicher Art zu kĂ€mpfen kann man die etablierte Ordnung gegen ein bewaffnetes Volk nicht verteidigen.cite-ref-27[27] Wie die Preußen bei Jena und Auerstedt kann Fernando nur unterliegen, oder er muss wie der BĂ€r in Kleists Schrift Über das Marionettentheater kĂ€mpfen, der die „Ausweichungen und Reaktionen“ nicht erst körperlich „empfinden und spĂŒren“ muss, sondern unverzögert „Aug in Auge“ in der Seele seines Gegners liest.cite-ref-28[28] Dieses Ideal, das nicht durch Weisungen erreicht werden kann, sondern den EinzelkĂ€mpfer nach dem Vorbild des Ringers in den Vordergrund stellt, liefert einen Fingerzeig fĂŒr den preußischen König, dessen Truppen nach der Schlacht im Jahre 1806 rasch kapitulierten oder gar desertierten. FĂŒr den Volkskrieg gab es dann tatsĂ€chlich ein historisches Pendant in Form des im Jahr 1813 durch den König von Preußen erlassenen Landsturmedikts, das quasi den Partisanenkrieg legitimiert, also sieben Jahre, nachdem Kleists seinen Text verfasst hatte.cite-ref-29[29] Allerdings kam dieser Landsturm, der aus meist wehrunfĂ€higen alten MĂ€nner als letztem Aufgebot bestand, damals nicht mehr zum Einsatz.

Eine autoreflexive Bedeutungskomponente wird von Schneider angesprochen, der in der Novelle eine „Geschichtsphilosophie des Poetischen“ erkennt. Eine Reihe von Substitutionen charakterisiert die Novelle, die ein Opfer durch das andere, „Zufall durch Deutung, Kontingenz durch KohĂ€renz, Ereignis durch Sprache und Geschehen durch Geschichte ersetzt und diese Ersetzung zugleich scheitern lĂ€sst“.cite-ref-schneider-11-3[11]

So verwendet Kleist in seinen Texten durchweg sprechende Namen, worauf auch Blamberger, Kittler u. v. a. verweisen. Doch dienen diese Namen nicht der eindeutigen Charakterisierung von Personen z. B. als gut oder böse; sie bezeichnen vielmehr Ambivalenzen, innere Spannungen, ja die Zerrissenheit der Figuren vor dem Hintergrund eines gewaltsamen Umsturzes legitimer Ordnungen.cite-ref-30[30] So kann der Einsturz der GefĂ€ngnismauern als Symbol fĂŒr die ErstĂŒrmung der Bastille, also fĂŒr den Ausbruch der französischen Revolution und die Vernichtung der legitimen Ordnung gelesen werden. Dieses Ereignis leitet einen freudigen Zustand der SelbsttĂ€uschung ein, auf welchen jedoch die schlimmsten GrĂ€uel folgen.

Dieser Aspekt wird bei eher versöhnlichen Interpretationen des „Erdbebens in Chili“ wie in der Lesart Thomas Manns leicht ĂŒbersehen, die ganz auf Bildung und MenschenglĂŒck abstellt.cite-ref-31[31] So ist auf die deutlichen AnklĂ€nge des Namens der Protagonisten Jeronimo (eines BĂŒrgerlichen) an JĂ©rĂŽme Bonaparte, Napoleons Bruder hinzuweisen. Josephe (frz. sprich: -ef) verweist einerseits auf JosĂ©phine de Beauharnais, die zur Kaiserin gekrönte Gattin Napoleons, und zugleich auf Joseph Bonaparte, den Ă€ltesten Bruder Napoleons, der wĂ€hrend seiner Kriege in Deutschland dessen Statthalter in Frankreich war. Die ungewöhnliche Namensform Josephe ist nicht explizit weiblich. Sie deutet möglicherweise auf die illegitime Zeugung Philipps hin – Josef von Nazaret ist nur der kulturelle Ziehvater Jesu. Napoleon adoptierte den Sohn JosĂ©phines, die Napoleon aber keinen Erben gebar. Die mehrfache sexuelle Transgression verweist auf die Spannung zwischen dem verborgenen Akt der biologischen Erzeugung und der öffentlichen Legitimation der Herrschenden.cite-ref-32[32] Girard verweist im Übrigen darauf, dass Josephes Opferrolle unwahrscheinlich sei: In keinem katholischen Land wurde eine Frau wegen eines solchen Vergehens hingerichtet. Kleist ĂŒbertreibe, er suche sich Frauen und Kinder als Opfer, um die Ereignisse „in extremis“ zu steigern.cite-ref-33[33]

Der Name des Don Fernando Ormez verweist auf den schwĂ€chlichen, krĂ€nklichen und eigentlich regierungsunfĂ€higen österreichischen Kronprinzen Ferdinand, der 1806 erst 13 Jahre alt war und in der Novelle den Platz seines Vaters Franz II. einnimmt. Dieser dankte im Juli 1806 nach GrĂŒndung des Rheinbunds als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs ab (Ormez ist ein Anagramm von Rom-ez), weil er sich der Stimmen des durch den Reichsdeputationshauptschluss in seiner Zusammensetzung verĂ€nderten, nun ĂŒberwiegend protestantischen KurfĂŒrstenkollegiums fĂŒr seine Dynastie bei der Wahl eines kĂŒnftigen Nachfolgers nicht sicher sein konnte.

Zugleich steht Don Fernando fĂŒr den Typ des Offiziers der alten Ordnung, des Linienreglements, welches bereits vor der Niederlage von 1806 der Taktik der „wĂŒtenden Haufen“ (Kleist) französischer Revolutionsheere nicht mehr gewachsen war.cite-ref-34[34] Philipp, der Sohn von Jeronimo und Josephe, trĂ€gt einen (fĂŒr einen BĂŒrgerlichen in der Novelle anmaßend erscheinenden) spanischen Königsnamen; er wird am Ende aber tatsĂ€chlich von Ferdinand und Elvira adoptiert, d. h. legitimiert. Schneider verweist darauf, dass die uneheliche Geburt Philipps die patronyme Gewalt verletzt, die im letzten Teil wieder hergestellt wird.cite-ref-schneider-11-4[11] Ein Ferdinand, nĂ€mlich der (angenommene) Sohn Karls IV. von Spanien, war es auch, der gegen seinen vermeintlichen Vater rebellierte und dabei die Hilfe Napoleons in Anspruch nahm. 1807 versuchte er sogar in das französische Kaiserhaus einzuheiraten und sich dadurch zu legitimieren. Kurzzeitig wurde er König; damit opferte er aber seine Bourbonenehre. Kurz nach dem Erscheinen der ErzĂ€hlung Kleists (1808) wurde er von den Franzosen wieder gestĂŒrzt, die Karl IV. wieder auf den Thron setzten.

Donna Elvire trĂ€gt wie Josephe eine hermaphroditische Namensform: El-(span. maskuliner Artikel)-vir-(lat.: Mann)-e (statt der femininen Endung auf -a). TatsĂ€chlich war die Gattin Franz II., Maria Theresia von Neapel-Sizilien, eine erbitterte Gegnerin Napoleons und ermunterte ihren introvertierten und zaudernden, seinen botanischen Hobbys verfallenen Mann zum Kampf gegen ihn. Diese Anspielungen verlagern das scheinbar fern zurĂŒckliegende Geschehen in die Zeit Kleists und der napoleonischen Kriege.

Der Nachname Jeronimos, „Rugera“, lĂ€sst sich als Anagramm von guerra (span.: Krieg) lesen. Der „Citoyen“ Meister Pedrillo (Petrus) verkörpert den Mob und zugleich den "Stein" als alchimistisches Symbol der Unschuld, dessen Farbe rot ist.cite-ref-35[35] Er beschwört als „Propagandaredner“ den regel- und gesetzlosen „totalen Volkskrieg“, ein Kampf, in dem die Waffenlosen von harmlosen KirchgĂ€ngern mit Keulen niedergemacht werden Ă€hnlich wie in Kleists Hermannsschlacht.cite-ref-36[36] Kleist beschwört hier im Vorgriff auf 1813 die „Diskurspraxis der Partisanen“.cite-ref-37[37]

All diese Anspielungen und Substitutionen stellen das „Erdbeben in Chili“ in den Zusammenhang des Zusammenbruchs des Heiligen Römischen Reiches 1806 wie auch der spanischen Monarchie und des seit Napoleons Kaiserkrönung aktuellen Legitimationsdiskurses. Der „Napoleonhasser“cite-ref-38[38] Kleist betrachtete schon seit 1801 Napoleon Bonaparte als den TotengrĂ€ber der „deutschen Freiheit“cite-ref-39[39] und rechnete nur noch mit einem „schönen Untergang“,cite-ref-40[40] der dann 1806 eintrat – verbunden mit einem totalen Bruch der Institutionen von Staat und Kirche. Dadurch standen das alteuropĂ€ische dynastische Legitimationsprinzip, die Genealogie von Herrschaft (und damit auch der Familie insgesamt) und das Gottesgnadentum zur Disposition. Kleist schrieb 1805 an Lilienstern, die Zeit scheine eine „neue Ordnung der Dinge herbeifĂŒhren zu wollen, und wir werden davon nichts, als bloß den Umsturz der alten erleben. Es wird sich aus dem ganzen kultivierten Theil von Europa ein einziges, großes System von Reichen bilden, und die Throne mit neuen, von Frankreich abhĂ€ngigen, FĂŒrsten-Dynastien besetzt werden“ (wie mit JĂ©rĂŽme Bonaparte oder Ferdinand VII.).cite-ref-41[41] Die von dem „WĂŒterich“ Napoleon (so in einem Brief an Ulrike von Kleist 1806)cite-ref-42[42] angestrebte Universalmonarchie widerspricht Kleists konservativem, ja reaktionĂ€rem Beharren auf dem Legitimationsprinzip, das sich auch im KĂ€thchen von Heilbronn, in Robert Guiskard, in der ErzĂ€hlung Michael Kohlhaas und in anderen seiner Texte ausdrĂŒckt. In einer Situation, in der die sich nur auf das Herkommen grĂŒndende LegitimitĂ€t der herrschenden MĂ€chte einstĂŒrzt und diese sich als unfĂ€hig erweisen, das Chaos zu bĂ€ndigen, begrĂŒndet der „EinzelkĂ€mpfer“ Kleist einen neuen Diskurs, um mit den Mitteln des Chaos, durch ein Volksheer und paradoxerweise quasi durch eine „Demokratie auf Zeit“ die Dynastie zu retten. Doch die Wiener Hofzensurstelle verbot 1810 die Herausgabe eines Bandes der ErzĂ€hlungen Kleists mit dem Argument, der Ausgang der Geschichte sei „im höchsten Grade gefĂ€hrlich“.cite-ref-43[43] Nachdem noch im gleichen Jahr die EinfĂŒhrung der Wehrpflicht in Preußen am Widerstand des Adels gescheitert war, sollte Kleist nicht mehr erleben, wie – seiner literarischen Fiktion entsprechend – das preußische Volk 1813 mit „Beilen, Heugabeln und Sensen“ durch das (völkerrechtswidrige) königlich-preußische Landsturmediktcite-ref-44[44] zu den Waffen gerufen wurde. Dieses Edikt wurde schon drei Monate spĂ€ter teilweise widerrufen und die alte Weltordnung durch den Wiener Kongress vorerst wieder geheilt.

Veröffentlichung und Gattungsfrage

Kleist schrieb seine ErzĂ€hlung 1806 in Königsberg, veröffentlicht wurde sie im darauf folgenden Jahr in der prominenten Zeitung Morgenblatt fĂŒr die gebildeten StĂ€nde von Johann Friedrich Cotta, die mehrfach pro Woche erschien und große Wirkung auf die literarische Kultur Deutschlands hatte. 1810 wurde die ErzĂ€hlung in dem Band „ErzĂ€hlungen“ publiziert. UrsprĂŒnglich sollte dieser Band „Moralische ErzĂ€hlungen“ betitelt werden. 1810 verbot die Wiener Zensur die Veröffentlichung des Bandes insbesondere wegen der ErzĂ€hlung Das Erdbeben in Chili, deren Schluss im höchsten Grade gefĂ€hrlich sei.

Kleists Text könnte man in die literarische Traditionslinie der französischen Moralisten stellen. Diese Autoren des 17. und 18. Jahrhunderts beschrieben die Sitten (morales) der Zeitgenossen, um ein kritisches Bild der Umwelt zu zeichnen, nicht um eine besondere normative Ethik zu propagieren. Plausibler erscheint jedoch der Einfluss der Novelas ejemplares von Cervantes, insbesondere der Novelle La fuerza de la sangre. Auch Kleists Text ist der Gattung der Novelle zuzuordnen, allerdings sind die kleistschen Novellen von eigener Art und nicht geprĂ€gt durch bestimmte Regeln wie spĂ€ter bei Theodor Storm und Paul Heyse. Kleists Novellen sind auf ihre Weise VorlĂ€ufer der modernen Kurzgeschichte. Die literarische Gattung der Novelle entwickelte sich im Wesentlichen seit der Renaissance. Auch Giovanni Boccaccios (1313–1375) Prosawerk Decamerone hat seinen Ursprung und Ausgangspunkt in einer Katastrophe. Im Decamerone ist es die Pest, bei Kleist das Erdbeben. Beide Katastrophen fĂŒhren zu einer Auflösung gesellschaftlicher ZwĂ€nge und fĂŒhren zu einer sittlichen Enthemmung. Kleist nutzt die Schilderung von Extremsituationen auch in anderen Werken, um in ihnen wie unter einem Brennglas die Bedingungen menschlicher Sitten zu sezieren.

Adaption fĂŒr Film, BĂŒhne und Oper

Verfilmung

Die ErzĂ€hlung wurde von Helma Sanders-Brahms 1975 fĂŒr das ZDF in einer Fernsehversion verfilmt. Sowohl das Drehbuch als auch die Regie wurden von Sanders-Brahms ĂŒbernommen.

BĂŒhnenfassungen

2011 wurde in Dresden der Stoff unter der Regie von Armin Petras dramatisiert.cite-ref-45[45] Im Hessischen Staatstheater Wiesbaden inszenierte Tilman Gersch ebenfalls 2011 eine BĂŒhnenversion der ErzĂ€hlung.

Opern-Bearbeitungen

Kleists Novelle wurde mehrfach fĂŒr das Musiktheater bearbeitet, aber sehr erfolgreich war keine dieser Opern.

‱ Das Beben von dem armenischen Komponisten Awet Terterjan, die 2003 am MĂŒnchner Staatstheater am GĂ€rtnerplatz in der Inszenierung von Claus Guth uraufgefĂŒhrt wurde.

‱ Rozsudok (Das Verdikt nach Heinrich von Kleists Das Erdbeben in Chili 1976–78), Oper von JĂĄn Cikker, slowakischer Komponist (1911–1989). Die Deutsche ErstauffĂŒhrung fand 1979 an den StĂ€dtischen BĂŒhnen Erfurt (Musikalische Leitung: Ude Nissen, Inszenierung: GĂŒnther Imbiel) statt. 1981 folgte das Staatstheater Braunschweig in Anwesenheit des Komponisten; diese Produktion wurde zur „Inszenierung des Monats“ von der Opernzeitschrift Orpheus International gewĂ€hlt, musikalische Leitung: Heribert Esser, Inszenierung: Michael Leinert.
‱ Erdbeben. TrĂ€ume, Oper von Toshio Hosokawa, mit Libretto von Marcel Beyer (Auftragswerk der Oper Stuttgart; UrauffĂŒhrung am 1. Juli 2018).

Hörspielfassungen

Daneben existieren mittlerweile auch eine Reihe von Hörspiel-Bearbeitungen, von denen die meisten erst in den letzten Jahren entstanden sind. Eine frĂŒhe Hörspieladaption wurde allerdings bereits 1954 fĂŒr den Hessischen Rundfunk nach einer Bearbeitung von Curt Langenbeck und Kompositionen von Werner Zillig unter der Regie von Walter Knaus erstellt. 2011 produzierte der WDR eine 53-minĂŒtige Textmontage zu der Novelle. Die Regie fĂŒhrte Jörg SchlĂŒter.cite-ref-46[46]

Literatur

PrimÀrliteratur

‱ Heinrich von Kleist: Jeronimo und Josephe. In: Morgenblatt fĂŒr gebildete StĂ€nde. Nr. 217–221. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart und TĂŒbingen 1807, S. 866–884, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10531655-6 (erschienen in Folge, 9.–15. September 1807).
‱ Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili. In: ErzĂ€hlungen. Realschulbuchhandlung, Berlin 1810, S. 307–342, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00013537-3.
‱ Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili. In: Thomas Nehrlich (Hrsg.): Heinrich von Kleist: ErzĂ€hlungen. Mit Einleitung, Nachwort und einem Verzeichnis der Setzfehler versehen. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1810/11. Band 1/2. Olms, Hildesheim 2011, S. 307–342.

SekundÀrliteratur

‱ Suzan Bacher, Wolfgang PĂŒtz: Heinrich von Kleist: „Die Marquise von O.“/„Das Erdbeben in Chili“. LektĂŒrehilfen inklusive Abitur-Fragen mit Lösungen. Klett Lerntraining, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-12-923055-8.
‱ GĂŒnter Blamberger: Heinrich von Kleist. Biographie. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2011, ISBN 978-3-10-007111-8.
‱ Friedrich A. Kittler: Ein Erdbeben in Chili und Preußen. In: David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft (s. u.), S. 24–38 (Tilmann Köppe und Simone Winko geben die Essenz dieses Beitrags im Zitat von Kittler wie folgt wieder: „Ein entlassener preußischer Offizier [
] entwickelt unter Bedingungen und Masken des Bildungssystems die Diskurspraxis des Partisanen“ (S. 37). Damit widerlege der Kriegstechniker Kleist zugleich Topoi seiner Zeit, die den Bildungsdiskurs und die scheinbare Idylle der Demokratie betreffen.cite-ref-47[47])
‱ JĂŒrgen Link: Von der Denormalisierung zu kulturrevolutionĂ€ren Drives? In: kultuRRevolution Nr. 61/61 (2011/2012), S. 12–18, ISSN 0723-8088.
‱ Norbert Oellers: Das Erdbeben in Chili. In: Walter Hinderer (Hrsg.): Kleists ErzĂ€hlungen. Reclam, Stuttgart.
‱ Wolfgang PĂŒtz: Heinrich von Kleist: ‚Texte und Materialien‘. (Themenhefte Zentralabitur). Klett, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-12-347494-1.
‱ Hans-Georg Schede: Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili. C. Bange, Hollfeld 2010, ISBN 978-3-8044-1811-0. (Königs ErlĂ€uterungen und Materialien, Bd. 425.)
‱ Jochen Schmidt: Heinrich von Kleist. Studien zu seiner poetischen Verfahrensweise, TĂŒbingen 1974, ISBN 3-484-10213-6.
‱ Helmut J. Schneider: Der Zusammensturz des Allgemeinen. In: David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists „Das Erdbeben in Chili“. Beck, MĂŒnchen 1985, 2., durchgeseh. Aufl. 1987, S. 110–129 ISBN 3-406-30522-9
‱ Stefanie Tieste: Heinrich von Kleist. Seine Werke. Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2009. (Heilbronner Kleist-Materialien fĂŒr Schule und Unterricht, Band 2. Hrsg. GĂŒnther Emig), ISBN 978-3-940494-15-3.
‱ David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists „Das Erdbeben in Chili“. Beck, MĂŒnchen 1985, 2., durchgeseh. Aufl. 1987, ISBN 3-406-30522-9.

Weblinks

‱ Volltext im Buch AusgewĂ€hlte Schriften (Project Gutenberg)
‱ Das Erdbeben in Chili im Projekt Gutenberg-DE
‱ AusfĂŒhrliche Ausarbeitung auf xlibris.de
‱ Lesung bei librivox.org (Nr. 8)

Einzelnachweise

cite-note-werke-anm-11. ↑ Anmerkungen des Herausgebers, in: Heinrich von Kleist: SĂ€mtliche Werke und Briefe, Hrsg. Helmut Sembdner, MĂŒnchen 1993. Band II, S. 902
cite-note-22. ↑ Zu den Fakten und ihrer Verarbeitung bei Kleist siehe Alfred Owen Aldridge: Das Erdbeben in Santiago de Chile 1647
cite-note-33. ↑ Interpretation zu Kleist
cite-note-44. ↑ Werke: Das Erdbeben in Chili
cite-note-55. ↑ Hamacher S. 156
cite-note-66. ↑ David E. Wellbery: Semiotische Anmerkungen zu Kleists „Das Erdbeben in Chili“. In: Ders.: Acht Modellanalysen, S. 69–87, hier: S. 75, 78.
cite-note-77. ↑ Werner Hamacher: Das Beben der Darstellung. In: Wellbery (Hrsg.), S. 158 f.
cite-note-88. ↑ Hamacher, S. 164.
cite-note-99. ↑ Hamacher, S. 162 f.
cite-note-1010. ↑ Hamacher, S. 171
cite-note-schneider-1111. ↑ Helmut J. Schneider: Der Zusammensturz des Allgemeinen. In: David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists „Das Erdbeben in Chili“. Beck, MĂŒnchen 1985, 2., durchgeseh. Aufl. 1987, S. 110–129 ISBN 3-406-30522-9
cite-note-1212. ↑ Siehe dazu Susanne M. Zantop: Kolonialphantasien im vorkolonialen Deutschland 1770–1870. Erich-Schmidt-Verlag, Berlin 1999 (Philologische Studien und Quellen; H. 158), S. 147 ff. ISBN 3-503-04940-1
cite-note-1313. ↑ Werner Hamacher: Das Beben der Darstellung. In: Wellbery (Hrsg.), S. 149–173, hier: S. 152 f.
cite-note-1414. ↑ RenĂ© Girard: Theorie der Mythologie/Anthropologie. In: Wellbery (Hrsg.), S. 130–148, hier: S. 137, 142.
cite-note-1515. ↑ Girard, S. 144.
cite-note-jochen-schmidt-1616. ↑ Jochen Schmidt: Heinrich von Kleist. Studien zu seiner poetischen Verfahrensweise. TĂŒbingen 1974, S. 122–123 ISBN 3-484-10213-6
cite-note-1717. ↑ Die folgenden Seitenzahlenangaben und Zitate beziehen sich auf Heinrich von Kleist: SĂ€mtliche Werke. 1. Auflage. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., MĂŒnchen/ZĂŒrich 1961, S. 679–690 ([1]).
cite-note-1818. ↑ Hamacher, S. 156.
cite-note-1919. ↑ Norbert Altenhofer: Der erschĂŒtterte Sinn, in: Wellbery (Hrsg.), S. 39–53.
cite-note-2020. ↑ Hamacher, S. 167 ff.
cite-note-2121. ↑ GĂŒnter Blamberger: Heinrich von Kleist. Biographie. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2011, S. 288
cite-note-2222. ↑ JĂŒrgen Link, Von der Denormalisierung zu kulturrevolutionĂ€ren Drives?, S. 15
cite-note-2323. ↑ Kittler, S. 24 ff.
cite-note-2424. ↑ Friedrich A. Kittler, Ein Erdbeben in Chili und Preußen. In: David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft, S. 34
cite-note-2525. ↑ Kittler, S. 29
cite-note-2626. ↑ Wolf Kittler: Die Geburt der Partisanen aus dem Geist der Poesie. Heinrich von Kleist und die Strategie der Befreiungskriege. Freiburg 1987. Siehe auch Johannes Kunisch: Von der gezĂ€hmten zur entfesselten Bellona. Die Umwertung des Krieges im Zeitalter der Revolutions- und Freiheitskriege. In: Kleist—Jahrbuch, 1988/1989, S. 44–63.
cite-note-2727. ↑ Kittler, S. 38
cite-note-2828. ↑ Heinrich von Kleist: Über das Marionettentheater. In: SĂ€mtliche Werke und Briefe in vier BĂ€nden, Bd. 3: ErzĂ€hlungen, Anekdoten, Gedichte, Schriften, Hrsg. Klaus MĂŒller—Salget. Frankfurt 1990, S. 562.
cite-note-2929. ↑ Kittler, S. 36
cite-note-3030. ↑ F. W. Kittler: Die Geburt des Partisanen aus dem Geist der Poesie. Freiburg 1987, S. 90 ff.
cite-note-3131. ↑ Kittler, Erdbeben, S. 37 f.
cite-note-3232. ↑ Claudia Nitschke: Der öffentliche Vater: Konzeptionen paternaler SouverĂ€nitĂ€t in der deutschen Literatur (1755–1921). Berlin, New York 2013, S. 223; Helmut J. Schneider: Lebenstatsachen. Geburt und Adoption bei Lessing und Kleist. S. 2, Anm. 3 [2] (pdf).
cite-note-3333. ↑ Girard, S. 139
cite-note-3434. ↑ Kittler, Erdbeben, S. 35.
cite-note-3535. ↑ Diethelm BrĂŒgemann: Kleist. Die Magie. WĂŒrzburg 2004, S. 233 ff.; 252; bei BrĂŒgemann finden sich viele weitere Hinweise auf die von Kleist verwendete biblische und sexuelle Metaphorik.
cite-note-3636. ↑ Kittler, Erdbeben, S. 36
cite-note-3737. ↑ Kittler, Erdbeben, S. 37
cite-note-3838. ↑ Walter Hinck: Handbuch des Deutschen Dramas. DĂŒsseldorf 1980, S. 175.
cite-note-3939. ↑ Kleist: Brief an Adolphine von Werdecke, November 1801. In: SĂ€mtliche Werke und Briefe. Bd. 2. MĂŒnchen 1993, S. 700.
cite-note-4040. ↑ Kleist: Brief an Otto August RĂŒhle von Lilienstern, November 1805. In: SĂ€mtliche Werke und Briefe. Bd. 2. MĂŒnchen 1993, S. 759.
cite-note-4141. ↑ Zit. nach L. Jordan: Kleist als Dramatiker: Kleist und Dresden. Werk, Kontext und Umgebung. WĂŒrzburg 2009, S. 87.
cite-note-4242. ↑ Zit. nach L. Jordan: Kleist als Dramatiker: Kleist und Dresden. Werk, Kontext und Umgebung. WĂŒrzburg 2009, S. 87.
cite-note-4343. ↑ Kittler, Erdbeben, S. 38.
cite-note-4444. ↑ § 43 des Edikts. Vgl. Kittler, Erdbeben, S. 36 f.
cite-note-4545. ↑ Theaterkritiken zur Inszenierung Petras. Abgerufen am 26. April 2012, 19:57 Uhr
cite-note-4646. ↑ ARD-Hörspieldatenbank (Das Erdbeben in Chili, WDR 2011)
cite-note-4747. ↑ Tilmann Köppe und Simone Winko: Neuere Literaturtheorien. Eine EinfĂŒhrung. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2013. Inhaltsverzeichnis ISBN 978-3-476-02475-6, S. 108.